Dienstag, 26. Februar 2008

Neuer Blogeintrag

Im Moment fällt es mir nicht leicht, einen Blogeintrag zu schreiben, weil das Chaos in meinem Kopf zu groß ist, als dass ich daraus zusammenhängende Worte formen könnte. Leute mit ner Delle in der Bimmel sind halt keine guten Blogger *g* Sobald sich dieser Zustand gebessert hat, werde ich auch Text posten.
Bis dahin vertröste ich euch mit ein paar Bildern, die in letzter Zeit entstanden sind.

Ausflug nach Coogee:


schöne Wohngegend, vor allem das Meer pass gut ins Bild

Felsküste nahe Coogee

Coogee Beach

dieser Bloke hat sich im Blatt versteckt

australische Kunst - sehr tiefsinnig *g*

Königlicher botanischer Gartgen:


diese Fledermäuse heißen flying foxes

cockatoos heißen diese Vögel, die man sogar streicheln kann, wenn man unbedingt will


ich war übrigens deutlich wärmer angezogen als notwendig

Chinatown (fand ich persönlich eher unspektakulär):


Leute mit einem schwachen Magen oder einer Abneigung gegen Meeresfrüchte sollen sich dies nicht antun

360° Blick vom Sydney Tower:

auf dem Wasser ist viel los

Hyde Park


Queen Victoria Building von oben

Das Opernhaus bei Nacht:





Dienstag, 12. Februar 2008

No worries, mate!

Okay, in den letzten Tagen ist einiges passiert, deshalb hier eine kurze Zusammenfassung.

Zunächst mal das wichtigste: Ich habe ein Zimmer. Es liegt im schönen Stadtteil Balmain. Ich teile mir die Wohnung mit Miriam und Renee, zwei Australierinnen, sowie Truman und Jester, zwei Kätzchen. Miriam und Renne beiden sind sehr sympathisch und sehr australisch ^^

Am Donnerstag habe ich eine Wohnungsbesichtigung im eher unschönen Stadtteil namens Redfern. Mit 30 Minuten Verspätung trifft der Vermieter ein und hat einen weiteren Interessenten, einen spanischen Studenten namens Hector, dabei. Die Wohnung überzeugt nicht, der Vermieter bietet uns an, uns mitzunehmen, da es mitlerweile monsunartig regnet. Im Auto erzählt er uns, dass er Elektrotechnik an der University of Sydney unterricht. Auf die Frage, wie ihm denn Sydney gefiele, antwortet er mit ausgesprochen gut. Wobei mich das bei ihm als Vermieter auch nicht verwundert...

Am Freitag erzählt mir der nette Typ an der Rezeption meiner neuen Hostel, er wohne jetzt schon seit drei Monaten im Flur von einem mate. Hui! Man muss halt tough sein in Sydney, sagt er mir. Außerdem erzählt er, dass er per Fernstudium Deutsch, Italienisch und Spanisch studiert und beeidruckt mit deutschen Sätzen. Er sagt, er möchte schon immer Sprachreisen nach Europa unternehmen, hatte bisher aber nicht die Kohle dafür. Australier sind meiner kurzen Erfahrung nach äußerst reiseverliebt.

Danach verirre ich mich auf einer Wohnungsbesichtigung in einen Stadtteil, bei dem es sich, wie mir später gesagt wird, um ein Aborigginal-Ghetto handelt. Mehr zu diesem für Australien sehr wichtigen Thema, sobald ich mehr weiß.

Am Samstag abend flanier ich mit Benôit aus Belgien, den ich in der Hostel kennengelernt habe, über die Strandpromenade von Bondi und wir treffen auf Hector. Er ist mit Dani, einem spanischen Mitstudenten sowie zwei spanischen und einer kanadischen Reisenden unterwegs. Wir beschließen, etwas zu essen und danach ordentlich zu bechern. Die Kanadierin ist überaus interessant, extrovertiert, leitet die meisten Gespräche und ist für meinen Geschmack ein wenig zu ruppig und direkt. Benôits Meinung nach typisch kanadisch.

Ich hasse es, wenn Vorurteile zutreffen. Gerade an einem Ort wie Sydney, wo quasi die ganze Welt zusammentrifft, passiert das leider viel zu häufig. Beispielsweise habe ich hier noch keinen einzigen Italiener getroffen, der eine "normale" Einstellung zu seinem äußeren Erscheinungsbild zu haben scheint.

Später am Abend gehe ich dann mit Benôit in eine Disco/Bar, irgendwas dazwischen. Der Boden ist klebrig. Die Wand ebenfalls. An der Wand krabbelt eine Kakerlake entlang. Über die hygienischen Bedingungen auf der Toilette sage ich lieber nichts. Ben fühlt sich hier wohl, ich nicht. Pingeliger Deutscher, der ich bin!

Ich nehme den Bus nach Hause, bedanke mich beim Aussteigen, wie es sich gehört, mit einem "Thanks, mate!", bekomme ein "No worries, mate!" als Antwort und gehe schlafen.

In meinem neuen Heim angekommen, werde ich am nächsten Tag aufs herzlichste von Mariam begrüßt. Als erstes holen wir mein Bett von ihrer Mutter ab, die nur etwa 5 Minuten Autofahrt entfernt wohnt. Obwohl sie etwa anderthalb Kopfe kleiner ist als ich, könnte sie das Bett genauso gut alleine transportieren, so geschickt stellt sie sich an. Da der Lattenrost schon ziemlich als ist, beschließt sie kurzerhand, einen neuen zu bauen. Ich bin ein lausiger Handwerker und habe keine Ahnung, was sie vorhat. Sie nimmt die Maße vom Bett, ohne sich Notitzen zu machen. Sie nimmt mich mit in einen Baumarkt. Ich bin fast froh, dass der erste Baumarkt geschlossen ist, denn so sind wir gezwungen, in die Stadt zu fahren und ich bekomme eine beeindruckende Sicht auf die Skyline, den Hafen und die Harbour Bridge. Im Auto krabbelt ein Tierchen an meinem Arm. Reflexartig schubse ich es von mir runter. "Bist du gebissen worden?", will Miriam wissen. Das bin ich glücklicherweise nicht. Aber mir wird klar, dass meine Scheu vor Krabbeltierchen, die mir in Deutschland nicht nützt, sondern bestenfalls Sprüche einbringt, hier in Australien durchaus sinnvoll ist.
Australien hat nämlich die gefährlichste Fauna auf Erden. Es gibt den Tod hier in fast jeder Größenordnung, von winzigen Spinnen bis hin zu Krokodilen und Haien. Allein 24 der 27 giftigsten Schlangenarten auf Erden sind in Australien beheimatet (für etwaiges Halbwissen entschuldige ich mich schonmal) Miriam sagt mir, ich solle mir keine Sorgen machen, es passiert fast nie was. Ich hab mal gelesen, dass es in Australien usus ist, tierische Bedrohungen jeglicher Art kleinzureden. In Sydney muss man vor allem auf die Red Back Spinne und eine andere Spinnenart, deren Namen ich wieder vergesse, aufpassen, sagt sie mir. Ich sollte mich echt nochmal schlaumachen^^ Ob es am Strand auch Haie gibt, frage ich. Ja, die gibt es, aber no worries, mate! Es ist viel wahrscheinlicher, von einem Auto angefahren zu werden. Ich zertrete die Spinne schnell und fühle mich ein wenig sicherer.

Ich frage sie ein wenig über ihr Land aus und sie ist gerne bereit, mir meine Fragen zu beantworten. Sie erzählt, dass Australier auf Autos, Flugzeuge und Handys stehen, weil alles in Australien so weit entfernt ist. Das bezeichne man in Australien als "tyranny of distance". Tatsächlich sind Radfahrer in Sydney auch eher die Ausnahme. Bevor wir nach Hause fahren, nimmt sie mich noch ein paar Straßen weiter an die Küste mit, wo sich mir ein fantastischer Blick auf die Stadt bietet. Leider habe ich meine Kamera nicht dabei, aber ich kehre später zu Fuß zurück und mache ein paar schöne Fotos (ich weiß, ich bin ein lausiger Fotograf, aber das Motif ist schön)

Zuhause angekommen, baut sie mit einer Geschwindigkeit und Souveränität, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe, mein Lattenrost zusammen. Wir unterhalten uns noch ein wenig bei einem Kaffee und ich habe in keinem Moment das Gefühl von Oberflächlichkeit. Wahrscheinlich sind die Australier eins der am meisten missverstandenen Völker der Erde. Freundlichkeit heißt nicht automatisch Oberflächlichkeit. Autoverliebtheit heißt nicht automatisch Ignoranz gegenüber den Folgen und der Umwelt. Tatsächlich ist der Umweltgedanke durchaus präsent im australischen Alltag. Etwa die Hälfte der Science-Studenten, die ich am ersten Tag der Orientierungsphase treffe, studiert Umweltwissenschaften.

Abends schau ich mir den Boulevard von Balmain, insbesonere die Futterbuden, genauer an. Es bestätigt sich meine Ahnung, dass Sydney auch kulinarisch die ganze Welt repräsentiert.

Ich werde geweckt vom Gezwitscher tropischer Vögel. Heute beginnt die Orientierungsphase. Wir hören uns Vorträge organisatorischer Art, über das Unileben sowie darüber, wie man emotional stabil bleibt, an. Dabei erfahre ich, dass ich mich im Moment in der sogannten "Honeymoon"-Phase befinde, die vorbei geht und auf die meist eine down-Phase folgt. Die internationalen Studenten sind zumeist furchtbar. Die meisten weigern sich wehemend, Kontakt zu Leuten zu suchen, mit denen sie in einer anderen als ihrer Muttersprache reden müssen. Danach gehen die ersties in ein Restaurant. Dabei treffe ich Hector und Dani wieder sowie lerne Jose, ebenfalls aus Spanien, kennen. An unserem Tisch sitzt eine ältere Australierin, die sich sprachlich weiterbilden will. Sie rät mir, ich solle mich doch bei verschiedenen Vereinen anbieten, gratis oder kostenpflichtig, je nach gusto und Erfolg, Deutschnachhilfe für Australier(innen) zu geben, die ins deutschsprachige Ausland wollen. Ich werd's im Hinterkopf behalten. Jose, Hector, Dani und ich gehen nach den Vorträgen in die uniinterne Bar und lernen Läëticia und ? aus Frankreich sowie Pablo aus Mexiko kennen. Wie gehen in Joses Hostel, weil er erzählt, dass es dort Kängurufleisch zu verkosten gibt. Das Kängurufleisch schmeckt gut, die Gespräche halten sich auf einem ziemlich oberflächlichen Niveau. Ich langweile mich. Am Ende gehe ich mit Hector, Jose und Dani zum Opernhaus, das ich ja noch gar nicht aus der Nähe gesehen habe. Der Fußmarsch scheint ewig zu dauern. Die drei unterhalten sich fast nur auf spanisch. Mir unverständlich, vor allem, weil Jose und Dani in Australien sind, weil sie in der Schule nur 3 Jahre Englisch hatten und es lernen wollen.

Entschluss des Tages: Lieber mit mehr Locals in Kontakt kommen; ist vielleicht schwieriger, zahlt sich aber auch mehr aus.


Viele Wohnungsangebote fallen schon von vornherein weg.

Eine kleine Uebersicht von Sydney

hier wohn ich jetzt

Balmain Boulevard mit Skyline


eine innerstädtische Fähre...

...mit Kurs auf Goat Island?

ein Taxi in Sydney

spitzen Aussicht im Park

Kängurufleischverkostung

ein Possum bei Nacht

das Opernhaus bei Nacht

das Wort 'Bloke' hat eine ganz eigene Bedeutung in Australien

Gladstone Park

Die bevorzugte Autofarbe in Australien ist - weiß.

Bondi Beach an einem wolkigen Tag

Mittwoch, 6. Februar 2008

Simon in Sydney... angekommen

Okay, ihr habt Recht, es wird langsam Zeit für nen neuen Eintrag.

Tut mir leid, dass es solange gedauert hat, ich war mit der Situation in letzter Zeit ein bisschen, sagen wir mal, überlastet.

Sydney ist eine richtig fette Stadt, was ich wohl ein wenig unterschätzt hab^^ Der Wohnungsmarkt ist ziemlich anstrengend und mir sitzt noch immer ein ziemlicher Jetlag im Nacken, der einfach nicht weggehen will. Außerdem hat's die ersten Tage hier eigentlich nur geregnet bei schwülem Wetter.

Daher bin ich noch gar nicht richtig zum Sightseeing gekommen.


Dennoch möchte ich euch meine ersten Eindrücke natürlich nicht vorenthalten:

Sydney ist, wie gesagt, eine meiner dörflich geprägten Wahrnehmung nach zumindest ziemlich große Metropole. Die Stadt ist nicht nur voller baulicher sondern auch landschaftlicher Sehenswürdigkeiten sowie natürlich vieler Stadtstrände. Alle davon zu besichtigen nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch, aber ich hab ja noch nen ganzes Semester vor mir ^^
Interessanter noch als die Stadt an sich sind, wie ich finde, die Menschen, die sich hier tummeln.
Die Einwohner Sydneys begrüßen sich tatsächlich mit 'G'day mate', es handelt sich dabei also nicht um einen bloßen Werbegag. Außerdem lieben es die Leute hier scheinbar, so oft wie möglich 'no worries' zu sagen und dabei nen Daumen nach oben zu zeigen. Was hier auch ziemlich verbreitet ist, ist, sich für alles tausendmal zu entschuldigen und in jeder Situation Smalltalk zu führen. Wenn man sich drauf einlässt, braucht man also nicht zu schweigen, wenn man etwa öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Meine interessanteste Begegnung war bisher ein irakischer Professor für Biologie, der in Sydney einen Postdoc macht.
Der kulturelle Mix hier ist absolut beeindruckend. Ich habe noch nie in so kurzer Zeit Menschen so unterschiedlicher Herkunft gesehen und so viele verschiedene Sprachen sprechen gehört. In Sydney ist bestimmt jeder dritte Einwohner asiatischer Herkunft, wenn nicht noch mehr.
Außerdem sprechen die Leute hier ein komisches Englisch und fahren auf der falschen Seite.

Nun zu meinen persönlichen Erfahrungen:
Sideseeing hab ich bisher, wie gesagt, noch nicht viel gemacht, war nur bisher zweimal am Strand, wo ich mir gestern nen ziemlichen Sonnenbrand geholt hab :-(
Außerdem hab ich mich wahrscheinlich wegen des Regens ein wenig erkältet.
Zwei Tage hab ich wegen des Jetlags leider verpennt :-(
Meine temporären Unterbringungen hier sind eher so geht so und der Wohnungsmarkt ist, wie gesagt, ziemlich überlaufen. Ich hoffe, dass ich bald was finde.
Leider muss ich die Hostel, in der ich bis heute morgen war und in der ich ein paar Kontakte geknüpft habe, heute schon wieder verlassen und in eine andere Hostel ziehen.

Außerdem vermiss ich euch alle, vor allem natürlich Pia.


Ich denke, jetzt heißt es, sich weniger anstellen, alles lockerer sehen, weniger jammern, auf Wohnungssuche gehen und möglichst bald viele schöne Bilder machen und online stellen.

Bis demnächst
Simon